Starke Nachfrage nach Datenrettung

Kaputt gehen Dinge immer, aber wenn sich lebenswichtige Daten auf einem defekten Gerät befinden, ist der Katzenjammer groß. Margret Horn, Manager Business Development bei Kroll Ontrack, sieht hier gute Geschäftschancen für Systemhäuser: »Wir arbeiten bereits mit 1.500 zertifizierten Partnern in Deutschland zusammen.« Die Einstiegshürde zur Zertifizierung beim Datenrettungs-Spezialisten ist nicht hoch. Mitarbeiter von Systemhäusern müssen sich lediglich fünf jeweils zehnminütige Videos ansehen, eine Prüfung ist nicht nötig. Horn ist stolz auf den guten direkten Kontakt mit den Händlern, ein Distributor wird nicht zwischengeschaltet. Die Reseller erhalten Kundenschutz, wenn sie bereits mit einem Lizenzverkauf erfolgreich waren.
Ein neues Geschäftsfeld, das Kroll Ontrack abdeckt, ist die Datenrettung für Datenbanken von Oracle. Möglich ist die Wiederherstellung bei beschädigten Oracle Datenbanken und Logs (Oracle Datenbanken Versionen 8, 8i, 9i, 10g und 11g, auf x86- und auf Solaris-Plattformen), beschädigte Automatic Storage Management (ASM) Dateisysteme sowie bei fehlenden oder gelöschten Datenbanken. »Wir arbeiten eng mit Oracle zusammen und sind tief in der Entwicklung einbezogen«, berichtet Horn. Daneben bietet Kroll Ontrack seine Datenrettungs-Services für eine umfassende Palette von Virtualisierungsprodukten. Neben VMware vSphere unterstützt Kroll Ontrack jetzt auch Microsoft Hyper-V, Oracle VM VirtualBox, Citrix XenServer und andere Virtualisierungssysteme. Die Zahl von Anfragen nach Datenrettung aus virtuellen Systemen steigt rapide. »Hier werden wir gezielt Dienstleister ansprechen, denn die Datenrettung aus virtuellen Systemen ist komplex und überfordert selbst erfahrene Administratoren«, erklärt Horn.
Ganz am anderen Ende des Leistungsspektrums ist es auch möglich, Fotos von einem defekten Kamera-Chip zu retten. Allerdings sollten es dann schon etwas mehr als gewöhnliche Urlaubsfotos sein, denn für weniger als 400 Euro ist eine Datenrettung nicht zu realisieren.
