Samsung verkauft Festplatten-Sparte an Seagate
Im Festplattenmarkt stehen die Zeichen auf Konsolidierung. Seagate macht es seinem Rivalen Western Digital nach, der sich kürzlich die Festplatten-Sparte von Hitachi unter den Nagel gerissen hatte und erwirbt von Samsung den Bereich Hard Disk Drive (HDD) Operations. Beide Unternehmen verzahnen sich enger untereinander, indem im Gegenzug Samsung 9,6 Prozent der Aktien von Seagate erhält. Insgesamt zahlt Seagate 1,375 Milliarden Dollar in bar und Aktien für die Übernahme. Samsung wird Seagate mit NAND-Speichern beliefern. Beide Unternehmen kooperieren schon seit letztem August und die jetzige Vereinbarung ist eine Ausweitung dieser Zusammenarbeit.
Allerdings wurde die Nachricht vom Aktienmarkt nicht gut aufgenommen, weil Seagate gleichzeitig auch eher enttäuschende Quartalszahlen meldete: Der Umsatz lag bei 2,695 Milliarden Dollar (Vorjahr 3,049 Milliarden Dollar). Der Nettogewinn ging um mehr als 80 Prozent zurück und lag bei 93 Millionen Dollar (Vorjahr 518 Millionen Dollar). 49 Millionen Festplatten hat Seagate in diesem Quartal verkauft, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Katastrophe in Japan hat dabei laut Seagate-Chef Luczo keine nennenswerten Auswirkungen auf die Lieferkette.
Für den Fachhandel bedeutet dies, dass der einst harte Wettbewerb im Festplattensegment mit damals 85 Herstellern von den jetzt verbliebenen drei Stück (Seagate, Western Digital und weit abgeschlagen Toshiba) wohl mit sehr viel weniger Schärfe betrieben werden wird und der Preisdruck bei den Festplatten nachlassen wird.